Tag Literatur

The Art of Game Design 0

Jun6

the_art_of_game_designIn Anlehnung an die letzte Buchvorstellung: wenn mich von nun an jemand fragt wie Game Design eigentlich funktioniert, dann drücke ich ihm “The Art of Game Design” von Jesse Schell in die Hand.

Im Prinzip setzt das Buch genau da an, wo Jesper Juul aufgehört hat: es ist die praktische Anleitung, wie man Spiele entwirft. Nicht die Umsetzung wohlgemerkt, sondern das eigentliche Game Design. Das Buch beginnt natürlich auch mit der Theorie, die jedoch im Gegensatz zu Jesper Juuls Buch lange nicht so ausführlich und tiefgehend ist. Wer “Helf-Real” bereits gelesen hat, der kann sich die ersten 9 Kapitel sparen. Ansonsten geht der Grundkurs in Ordnung.

Einmal aus der Theorie heraus liefert Scholl ein sehr solides und erstaunlich praxisnahes Grundgerüst, an dem man sich orientieren kann. Er bedient sich dabei sogenannten “Linsen”, die man als Checklisten oder als Inspirationskarten nutzen kann, um so eigene Konzepte zu testen und zu verfeinern. Die meisten Teilbereiche werden an anschaulichen Beispielen erklärt oder nachvollziehbar hergeleitet.

Dazu kommen noch hilfreiche Illustrationen, Schaubilder und eben viele Praxisbeispiele. Auch wenn es nicht direkt so geschrieben wurde, ließt sich das Buch fast wie ein Workshop.

Fazit: ein praktisches Buch, das einem viel Anregungen und Handwerkszeug liefert, um seine Game Designs und Konzepte zu verbessern und zu verfeinern. Für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen zu empfehlen.

Danke an Jurie Horneman für den großartigen Lesetipp.

Half-Real 2

Jun4

half_realWenn mich von nun an jemand fragt was Game Design eigentlich ist, dann drücke ich ihm “Half-Real” von Jesper Juul in die Hand. Ja, es ist wirklich so gut.

Das erste Drittel des Buches dreht sich nur darum eine ordentliche Definition von “Spiel” zu finden. Damit sind nicht nur Computerspiele gemeint, sondern alle Arten von Spiele: Brettspiele, Sportspiele, Geschicklichkeits- und Denkspiele – egal ob real, virtuell, physikalisch oder imaginär. Es werden Definitionen aus der Vergangenheit diskutiert und zu einer Definition unifiziert.

Anschließend werden Spielformen untersucht. Mit dem Abgrenzen von “Spiel” werden gleichzeitig Grenzfälle aufgedeckt und ebenfalls beleuchtet. Insbesondere den Regeln und Mechaniken von Spielen wird viel Aufmerksamkeit gewidmet. Es wird gezeigt, wie verschiedene Spielformen auf Spieler wirken und welche Auswirkungen sie haben.

Und es geht noch weiter: das Buch regt an durch Veränderungen der Präsentation und Repräsentation unterschiedliche Effekte auf die Spieler zu bewirken. Das an sich hat mich schon meilenweit geflasht. Es ist etwas, was ich als Spieler in der Fantasie andauernd mit bekannten (langweiligen) Spielen mache, um sie für mich frischer (interessanter) zu gestalten. Dies gezielt einzusetzen wäre mir vor lauter Bäumen nicht eingefallen.

Fazit: Das ideale Buch um einem den theoretischen Hintergrund zu Game Design zu vermitteln. Man findet viel über das Thema, aber bisher habe ich noch kein so konsequent durchdachtes Material gesehen. Es ist keine Anleitung wie man Spiele entwickelt, sondern liefert das theoretische Grundgerüst dies zu tun.

Postmortems from Game Developer 0

Apr3

postmortems“Postmortem from Game Developers” ist genau das, was der Titel verspricht: die “Postmortem”-Kolumnen des Game Developer Magazins. Die Entwicklung von insgesamt 25 AAA-Spielen wird retrospektiv direkt von einem der Game Designer betrachtet und immer  auf folgende Fragen eingegangen: Was lief gut? Was lief schlecht? Was war noch? Bei einigen Spielen wird zudem noch das Konzept erklärt und mehr auf die Umstände und das Team eingegangen.

Die Liste der Spiele verspricht dabei großes: Age of Empires, Diablo II, Unreal Tournament, Jak & Daxter, DAOC, Black & White und andere. Ebenso liest sich die Liste der Autoren wie ein Who is who: Peter Molyneux, Erich Schaefer, Matt Pritchard, Warren Spector, Brandon Reinhart und viele mehr.

Einfaches Fazit: lohnenswert. Es sind teilweise immer die gleichen Fehler (zu früher Launch, keine anständigen Test-Prozesse, ..), aber viele der tieferen Einblicke sind sehr lehrreich. Ein schöner Querschnitt über Projekte in der Spielebranche und sehr empfehlenswert.

Als p.s.: der Building Browsergames Blog interviewt ebenfalls Spieledesigner in Form von Postmortems zu ihren Spielen. Definitiv empfehlenswert.

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