Wir gewöhnen uns langsam daran, dass es zu AAA Spielen als “Aufwärmer” manchmal kleine Flash-Spiele gibt. Aktuelles Beispiel aus dieser Reihe: Dragon Age Journeys. (Meines Wissens nach) Neu ist, dass man durch das Flash-Spiel Items in dem jetzt erscheinenden Dragon Age:Origins freischalten kann. Super!
Oder vielmehr: “Super, wieso nicht gleich so?”
Eigentlich eher: “Super, wieso funktioniert das nicht in beide Richtungen? Und wieso gibt es nicht mehr Kanäle?”
In Wirklichkeit will ich nur mehr Zugänge in die Welt des Spiels: die Hyper Hooper Grafik-Erlebnisschlacht auf meiner PS3/XBOX360, eine nette Abwechslung und der übliche Grind im Browser und die üblichen Besorgungsquests für unterwegs auf meinem Mobiltelefon. Echtes Transmedia Gaming eben.
Es muss ja noch nicht mal Out of Context sein. Wieso kann ich den (realen) Gang ins Fitnessstudio nicht mit dem Training meines (virtuellen) Chars verbinden
Und warum kann ich die auf der PS3 mit meinem Charakter freigeschalteten Fähigkeiten nicht in dem Facebook-Spiel einsetzen? Wieso werden die Credits (Gold/Mühlsteine/..), die ich in dem Flashgame verdiene nicht meinem Char in dem AAA Game gutgeschrieben? Wieso gibt es überhaupt mehrere Chars und nicht nur einen? Es ist doch schließlich egal, auf welche Datenbank das Spiel nun zugreift.
Ich will einen Char in einer Welt und verschiedene Zugänge, die mir, je nach den Fähigkeiten des Zugangsmediums, sinnvolle Interaktionen mit der Spielwelt zu Verfügung stellen.
“This Gaming Life” von Jim Rossignol ist ein Buch von einem Gamer für Gamer. Es beginnt mit dem beruflichen Werdegang, dem Kontakt mit Computerspielen und der Neuausrichtung des Autors, als er von dem Medium verschlungen wird. Vielleicht ist das Buch sogar für Leute, die Gamer kennenlernen wollen. Sehen, wie sie ticken, was sie bewegt, was sie motiviert und welche Strömungen und Ausprägungen es gibt. Aber wahrscheinlich ist das Buch vor allem eine Möglichkeit für Jim Rossignol, seine Liebe zu dem ganzen Medium noch einmal in Worte zu fassen und seine über die Zeit gesammelten Gedanken zu ordnen.
Ich mag das Buch. Was wenig verwunderlich ist, denn ich mag die Kolumnen die Jim Rossignol für diverseOnline-Magazineschreibt. Außerdem habe ich bisher kein Buch (oder auch nur Artikel) gesehen, welches EVE-Online so nahe an meiner eigenen Wahrnehmung beschreibt: liebevoll, realistisch, unnahbar und wunderschön. Und ich mag wie Jim zwar ambivalent, aber doch voller Zuversicht und Optimismus über das Medium “Computerspiele” schreibt.
Dieser Blog beschäftigt sich mit PBBGs (persistenten, browser- basierten Spielen), Game Design, Communitymanagement und sonstigen Themen rund um Spiele und deren Entwicklung.